Künstler 1927-1938

Die sommerlichen Zusammenkünfte befreundeter Künstler rund um den Wiener Ferdinand Kitt begannen 1927. Die Gruppe war in ihrer politischen und soziologischen Differenziertheit interessant. Politisch Geduldete, wie Verfolgte, völkische, monarchistische, kommunistische, selbst nationalsozialistisch eingestellte Künstler, verbrachten gemeinsam als Freunde im „Malschiff“, wie sie es nannten, ihre Zeit in Zinkenbach. Sie kamen zwar 1938 nicht gänzlich zum Erliegen, erlebten aber einen schmerzvollen Einschnitt, der auch nach dem Krieg nie wieder heilen sollte.

Nur wenige der zuvor am Wolfgangsee weilenden Künstler blieben der Nachwelt ein Begriff. Nur einzelne, Kitt, Huber und Pauser werden bis heute mit dem Zinkenbacher Freundeskreis in Verbindung gebracht. Vor allem jene, die in die Emigration getrieben wurden, entschwanden dem heimatlichen Gedächtnis. Einige von ihnen sind uns nur aus Briefstellen oder kleinen Skizzen als "Zinkenbacher" bekannt, zu oft verlor sich jede Spur von ihnen. Diesen Verschollenen gilt unsere besondere Aufmerksamkeit.

Nach der Mitteilung der Witwe Ferdinand Kitts waren in einem Sommer 27 Künstler am Wolfgangsee versammelt. Einige kamen öfter, manche nur einmal an den Wolfgangsee. Zwischen den malenden Sommerfrischlern in St. Wolfgang, St. Gilgen und Zinkenbach gab es Kontakte, doch wer zur eigentlichen "Kolonie" zählte bleibt unscharf. Nur 21 von ihnen konnte die museumseigene Forschung bislang nachspüren. Die unten angeführte Künstlerliste ist demnach vorläufig unvollständig.

 

 

Gudrun Baudisch-Wittke (1907-1982)

Gudrun Baudisch-Wittke wurde 1907 in Judenburg geboren.

Die Keramikerin, Bildhauerin und Malerin erlangte früh künstlerischen Ruhm und wurde bereits in den dreißiger Jahren von Clemens Holzmeister nach Ankara gebracht, wo sie die baukünstlerische Arbeit am Palais Attatürks übernahm.

1935 entwarf sie die 1-Schilling-Münze.

1946 gründete Baudisch die Werkstätte "Keramik Hallstatt", in deren Kunsttöpferei Originale und Serien entstanden. Gleichzeitig lieferte sie Entwürfe für Formen und Dekore an die "Gmundner Keramik". Damit verbunden ist die Gründung der künstlerischen "Gruppe H", die seit 1969 auch ein Verkaufslokal in der Stadt Salzburg betreibt.

1959-66 entstanden in Zusammenarbeit mit Holzmeister der keramische Raumschmuck des Großen Festspielhauses sowie Arbeiten im Gablerbräu und im Österreichischen Hof. Von 1977 bis zu ihrem Tod wirkte Gudrun Baudisch in Salzburg.
Heuer jährt sich zum Hundertsten Male der Geburtstag von Gudrun Baudisch, die zu Recht als eine der bedeutendsten österreichischen Keramikerinnen des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden kann. Fast 60 Jahre lang arbeitete die vielseitige und unermüdliche Künstlerin mit den unterschiedlichsten Techniken. Ihr Schaffen reicht vom Gebrauchsgeschirr zur künstlerischen Keramik, von der Stuckdekoration zur bauplastischen Gestaltung. Unzählige Objekte vermittelnden den Eindruck einer lebensfrohen, einer bis ins Alter experimentierfreudigen und im besten Sinne „schöpferischen“ Künstlerin.
Das Museum „Zinkenbacher Malerkolonie“ in St. Gilgen am Wolfgangsee nahm den 100. Geburtstag von Gudrun Baudisch zum Anlass, der Künstlerin eine Sonderausstellung zu widmen.

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Leo Delitz (1882-1966)

Delitz (Leo Spiridion) wurde am 25. oder 26. Februar 1882 in Agram geboren. Er war der Sohn eines Bildhauers und studierte von 1898-1904 an der Akademie für Bildende Künste in Wien bei Christian Griepenkerl und Kazimierz Pochwalski, außerdem bei Ludwig von Herterich in München und in Paris.

Ab dieser Zeit war er als Maler, Grafiker und Zeichner tätig. Von 1905-1910 war er Mitglied des Hagenbundes, ab 1914 des Künstlerhauses Wien. Ab 1911 erfolgte eine rege Ausstellungsbeteiligung. Im 1. Weltkrieg war er Kriegsmaler an der Ostfront. Ab 1929 erhielt er verschiedene Preise und Auszeichnungen, so z.B. den Österreichischen Staatspreis 1937.

1938 emigrierte er nach England, wo er als Porträtist des Adels und des gehobenen Bürgertums tätig war. Aber auch zahlreiche Künstlerporträts, Landschaften mit Reisemotiven und eine Folge von Grundlsee-Bildern, die er bei seinen jährlichen Aufenthalten am Grundlsee bis 1938 verbrachte, zum Teil auch frühe Genreszenen, zählen zu seinem Œuvre. Stilistsch wendete er sich immer stärker der Neuen Sachlichkeit zu. Neben seinen Gemälden schuf er auch Lithographien, Holzschnitte und Kreidezeichnungen.

Im Februar 1966 verstarb er in London

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Josef Dobrowsky (1899-1964)

Der am 22. September 1899 in Karlsbad geborene Landschafts-, Porträt und Genremaler studierte zuerst an der Wiener Kunstgewerbeschule, dann an der Akademie der bildenden Künste unter Christian Griepenkerl und Rudolf Bacher. Noch als Student erhielt Dobrowsky den "K.k. Hofpreis erster Klasse". Der Anfang von Dobrowskys hartem künstlerischen Aufstieg lag nach dem Ersten Weltkrieg.

Besonders in der Zeit von 1920 - 30 versuchte er in der Malerei einen neuen Weg zu finden. Er scheint durch die niederländische Malerei beeindruckt worden zu sein und bevorzugte besonders Braun-Grau-Akkorde.

Im Jahre 1919 wurde Dobrowsky Mitglied der "Wiener Secession", zu deren Ehrenmitglied er später ernannt wurde. Dobrowsky hatte vor allem ein ausgesprochenes Gefühl für Farben, die trotz ihrer dunklen Gedämpftheit von innen her leuchten.

Seine Landschaften, symbolhaft in Gegenstand und Farbe, sind besonders in den dreißiger Jahren voll Schwermut, aber auch voll tiefer Musikalität. Später bekam Dobrowsky ein ausdrucksstarkes Verhältnis zu einer leuchtenden, oft irisierenden Farbigkeit. Dobrowsky blieb immer der Wirklichkeit treu, wenn sie auch für ihn ein Mittel für Ausdruck, Stimmung und spezifische Weltsicht war.

Der 1959 mit dem Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft Ausgezeichnete verstarb am 13. Jänner 1964 in Wien.

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Bettina Bauer-Ehrlich (1903-1985)

Bettina Bauer wurde am 19. März 1903 in Wien geboren und war als Malerin, Graphikerin, Illustratorin und Schriftstellerin tätig. Von 1920-23 studierte sie an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Böhm, anschließend machte sie von 1924-25 ein Praktikum in einer Berliner Druckerei. 1930 heiratete sie den Maler Georg Ehrlich.

Im Jahr 1931 wurde sie als Mitglied des Verbandes bildender Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen genannt und stellte im selben Jahr auf der V. Ausstellung des Verbandes bildender Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen, der Wiener Frauenkunst und des Hagenbundes die Ölgemälde "Donaulandschaft", "Frauenbildnis", "Frauen und Kind" und "Landschaft bei Vöslau" aus.

Zwischen 1931-38 arbeitete sie als Designerin für Textilentwurf und Handdruck. Von 1935 bis 1938 war sie außerordentliches Mitglied des Hagenbundes. Neben Landschaftsbildern widmete sie sich auch in der damaligen Zeit umstrittenen Themen wie z. B. in dem "Stillleben mit Negermaske" um 1928. Seit 1932 schrieb sie unter dem Pseudonym "Bettina" auch Kinderbücher, die sie selbst illustrierte.

1938 emigrierte sie nach London und engagierte sich dort neben ihrer künstlerischen Tätigkeit besonders für Vertriebene. 1984 war sie an der Ausstellung "Malerkolonie Zinkenbach" in der Galerie Altnöder in Salzburg beteiligt.

Am 10. Oktober 1985 verstarb sie in London.

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Georg Ehrlich (1897-1966)

Georg Ehrlich wurde am 22. Februar in Wien geboren. Seine Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule erhielt er ab 1912 bei Oskar Strnad und Franz Cizek. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte er 1919 erstmals im Künstlerbund "Freie Bewegung" Graphik aus, der seine erste Schaffensperiode gewidmet war. Schon damals war das Allgemein-Menschliche der Kern seiner Darstellungen, die von einer lyrisch zarten und empfindsamen Formensprache gekennzeichnet waren.

1920 setzte er seine Ausbildung in München fort und studierte dann von 1921 bis 1922 in Berlin. Während seines Studiums in Deutschland lernte er Ernst Barlach, Max Beckmann, Lovis Corinth, Paul Klee und Oskar Kokoschka kennen, mit denen er auch gemeinsam ausstellte.

Seine zum Teil religiöse Graphik, (1921 erschienen von Ehrlich 10 Lithographien zur Bibel), ist dem Expressionismus österreichischer Prägung zuzurechnen, aber bereits seit den zwanziger Jahren drängen seine Porträts, bei denen es sich vorzugsweise um Frauenporträts, besonders von Tänzerinnen und Schauspielerinnen handelt, das Expressive bald zu Gunsten sensibler Klarheit zurück.

Ab 1924 lebte er wieder in Wien, wo er 1925 im "Hagenbund" ausstellte, dessen Mitglied er im selben Jahr wurde. Ab 1926 konzentrierte Ehrlich sich auf seine Hauptaufgabe, die Plastik. Als Plastiker war er Autodidakt und begann mit Reliefs, Porträts und figuralen Kleinplastiken, später kamen auch Großplastiken hinzu. Seine Plastiken sind frontalansichtig, in einfachen Achsen angelegt, voller Schlichtheit und Harmonie. Sein feingliedriges Figurenideal in Anlehnung an Georg Minne und Wilhelm Lehmbruck ist von einer feinfühligen, empfindsamen Ausdrucksweise.

1932 nahm Ehrlich an der 18. Biennale in Venedig teil, 1934 an Kunstausstellungen in Utrecht, Amsterdam und Den Haag. 1937 erhielt er die Große Goldmedaille bei der Pariser Weltausstellung. Im selben Jahr emigrierte er nach London. Während seiner Zeit in London erhielt er zahlreiche Aufträge für Kinderporträts und Tierplastiken, wobei er hier Haustiere als Themen wählte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges blieb Ehrlich in England und wurde 1947 britischer Staatsbürger. 1948 verbrachte er ein Jahr in den USA und lehrte dort an der Kunstschule in Columbus, Ohio.

1958 nahm Ehrlich im Österreichischen Pavillon an der Biennale in Venedig teil, 1959 und 1961 führte er Aufträge der Gemeinde Wien durch und 1960 wurde ihm der Professorentitel verliehen. Am 1. Juli 1966 starb er in Luzern.

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Alfred Gerstenbrand (1881-1977)

Prof. Alfred Gerstenbrand wurde am 18. Februar 1881 in Wien geboren; er studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Professor Minigerode, Professor Berthold Löffler, Professor Myrbach und tritt in den Kreis der Freunde Gustav Klimts. Bereits 1908 stellt er in der Kunstschau aus, später dann in der Wiener Secession. Doch erst nach seiner Pensionierung als Finanzbeamter widmet er sich ausschließlich seiner künstlerischen Karriere.

Gerstenbrand zeichnet sich durch Vielseitigkeit und hohes zeichnerisches Können aus, das ihn auch zum treffsicheren Porträtisten werden lässt. Die Vielseitigkeit, durch die sein gesamtes künstlerisches Schaffen geprägt ist, führte zu einem beachtlichen Oeuvre in dem Porträts, Landschaften und Genremalerei ebenso vertreten sind wie humorvoll karikierende Auseinandersetzungen mit Volkstypen.

1934 wurde Gerstenbrand mit der Medaille der Stadt Budapest ausgezeichnet, 1935 erhielt er den Professortitel und 1951 vom Künstlerhaus den "Goldenen Lorbeer". Er war über Jahrzehnte hinweg ein gern gesehener Gast in St. Gilgen, wo er innige Freundschaften pflegte und zu einem festen Bestandteil der jährlich wiederkehrenden Sommergesellschaft war. Zahlreiche Anekdoten lassen ihn noch heute über seinen Tod 1977 hinaus als allgegenwärtig erscheinen.

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Ernst Huber (1895-1960)

Ernst Huber wurde am 15. Juli 1895 in Wien geboren. Huber übte 1910 bis 1914 seinen erlernten Beruf als Schriftsetzer aus, arbeitete 1915 als Lithograph, und nahm zu dieser Zeit auch an einem Kurs für ornamentales Zeichnen an der Wiener Kunstgewerbeschule unter Otto Prutscher und Karl Witzmann teil. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Huber künstlerischer Mitarbeiter der Buch-, Kunst- und Steindruckerei F. Rollinger, für die er u.a. Kassetten und Bucheinbände schuf.

Als Maler war Huber Autodidakt. Seine ersten Bilder stellte er in der "Kunstgemeinschaft Wien" im Palmenhaus im Burggarten in Wien im Herbst 1919 aus, wo sie Josef Hoffmann auffielen, der Huber schließlich in die Künstlergruppe der "Kunstschau" brachte. Im Jahre 1920 wurde Huber Mitglied des "Sonderbundes" und 1932 der "Wiener Secession". Seine zu Beginn noch dunklen, dumpfen Töne hellten sich im Laufe der Jahre auf und wandelten sich zu leuchtenden intensiven Farbtönen.

In Hubers Werk stehen Landschaftsbilder im Vordergrund, sowohl aus Österreich, vor allem aus Salzburg, als auch aus den Orten seiner Reisen, die ihn nach Dalmatien (1923), in den vorderen Orient (1925), nach Tunesien, nach Südamerika (1938) und in die USA (1952) führten. In seinen Ölbildern wie auch in seinen Aquarellen blieb er stets der sichtbaren Natur, dem Gegenständlichen verhaftet. Huber, der auch Hinterglas- und Kachelmalereien sowie zahlreiche Buchillustrationen schuf, stellte auf vielen in- und ausländischen Ausstellungen aus und erhielt 1935 den Österreichischen Staatspreis für Malerei.

Ernst Huber starb am 26. September 1960 in Wien.

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Ludwig Heinrich Jungnickel (1881-1965)

Ludwig Heinrich Jungnickel wurde am 22. Juli 1881 in Wunsiedel in Oberfranken geboren. Er besuchte die Kunstgewerbeschule in München. Im Alter von 16 Jahren wanderte er nach Neapel und blieb fast über ein Jahr in Italien, wo er sich durch Kopieren seinen Lebensunterhalt verdiente. Im Jahre 1898 kam er nach Wien und schloss sich Josef Hoffmann, Alfred Roller und Gustav Klimt an. Im gleichen Jahre wurde er Schüler der Wiener Akademie unter August Eisenmenger und Christian Griepenkerl und machte sich unter William Unger mit der Radierung vertraut.

Im Jahre 1906 ging er nach München, wo er bei Carl von Marr arbeitete, aber bereits 1907 kehrte er wieder nach Wien zurück. Im Jahre 1911 wurde er als Professor an die Kunstgewerbeschule nach Frankfurt am Main berufen, wo er zum Wortführer der modernen künstlerischen Bestrebungen wurde, ohne sich jedoch durchsetzen zu können. Aus dieser Erkenntnis heraus kehrte er Frankfurt wieder den Rücken und kam nach Wien zurück, um hier seinen dauernden Wohnsitz zu nehmen.

Außer Wiener Ausstellungen beschickte er noch Werkschauen in Berlin, München, Düsseldorf und anderen Orten.

Seit 1910 feierte er internationale Erfolge, die sich durch die zahlreichen Preise und Ehrungen im In- und Ausland dokumentieren lassen. Einen Höhepunkt in Jungnickels Schaffen stellt die Serie von zehn Farbholzschnitten mit Tieren des Schönbrunner Tiergartens dar, welche er mit kaiserlicher Subvention schuf, und für die er 1911 in Rom den Graphikerpreis erhielt.

Das Jahr 1938 bedeutete einen Einschnitt in Jungnickels Leben: Seine expressiven Tierbilder wurden als "entartet" bezeichnet und 1939 auf der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Im selben Jahr emigrierte er nach Jugoslawien und blieb dort bis 1952.

Nach seiner Rückkehr lebte er in Villach und Wien, wo er am 14. Februar 1965 verstarb.

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Ferdinand Kitt (1887-1961)

Ferdinand Kitt wurde am 22. November 1887 in Wien geboren. Schon während seiner Gymnasialzeit zeigte sich seine Zeichenbegabung. 1907 bis 1914 studierte Kitt an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Rudolf Bacher Malerei, hier empfing er die ersten bestimmenden Eindrücke der für ihn später so wichtig werdenden Monumentalmalerei. Im Jahre 1914 unternahm Kitt zusammen mit seinem Lehrer Bacher und Josef Dobrowsky eine Italienreise, welche ihn nach Rom, Ravenna und Venedig führte. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges wurde Kitt 1919 Mitglied der "Wiener Secession", deren Präsident er 1926 bis 1929 war.

Kitt war Porträtist, Figuren-, Landschafts- und Stilllebenmaler. Vom Expressionismus kommend, wandte er sich in den dreißiger Jahren einer der "Neuen Sachlichkeit" nahestehenden Gestaltungsweise zu. Ebenfalls bedeutend sind seine religiösen Darstellungen. Kitt wirkte zwei Jahrzehnte lang, von 1927 bis 1947, als Lehrer an der Wiener Frauenakademie. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Künstler nahm außer an Ausstellungen der "Wiener Secession", die er laufend beschickte, an zahlreichen in- und ausländischen Ausstellungen teil.

Um ihn sammelte sich seit 1926 jeden Sommer eine Gruppe Wiener Künstler am Wolfgangsee, aus der schließlich die Zinkenbacher Malerkolonie entstand. Nach dem Zerfall der Gruppe im Jahre 1938 blieb er jedoch dieser Gegend treu und seit 1945 hatte Kitt Zinkenbach zu seinem ständigen Wohnsitz gewählt.

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Oskar Laske (1874-1951)

Laske wurde als Sohn eines Architekten am 8. Jänner 1874 in Czernowitz geboren, studierte dann auch selbst Architektur an der TH bei Wagner und erst 1904, mit dreißig Jahren begann er seine Laufbahn als Maler.

Bis auf den Unterricht in seiner Gymnasialzeit bei dem Landschaftsmaler Anton Hlavacek in Wien, war er Autodidakt. 1905 Ausstellung im "Jungbund" des Hagenbundes, bei dem er 1907 Mitglied wurde. Ab 1908 ausschließlich als Maler tätig. Zwischen 1910 und 1913 schuf er die ersten großen Kompositionen, die mit Opus-Zahlen versehen waren, wie z. B. die "Vogelpredigt des hl. Franziskus". Den 1. Weltkrieg reflektierte er z. T. direkt, den 2. Weltkrieg nur indirekt.

1916 heiratete er die Pianistin Emmy Klein, die ihm ein sorgenfreies Arbeiten ermöglichte. Er hatte einen großen Freundeskreis mit zahlreichen Künstlern und war besonders den Mitgliedern des Hagenbundes freundschaftlich eng verbunden. 1924 wurde er Mitglied der Sezession und stellte auch im Künstlerhaus aus. Ab 1911 zahlreiche Reisen ins Aus- und Inland, von denen ihn einige (1924, 1932, 1935 und 1940) ins Salzkammergut führten. Ab 1920 schuf er auch Bühnenausstattungen. Sein Themenkreis umfasst Landschaften, zumeist figurenreiche Stadtansichten, Marktplätze und Volksfeste, oft mit humoristisch, satirischen Anspielungen, Bibelszenen und Motive aus Historie, Mythologie und Literatur. Wesentlich für seine Bilder ist die Wahl des Blickpunktes, Reduktion und die Kombination verschiedener Maltechniken.

Seine Mitgliedschaft im Hagenbund und Freundschaft mit seinen Mitgliedern, sowie Motive wie "Der Pacher-Altar in St. Wolfgang", lassen auch ein Naheverhältnis zur Zinkenbacher Malerkolonie, zumindest mit kurzen Besuchen verbunden, vermuten.

Am 30. November 1951 starb er in Wien.

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Ernst August Freiherr von Mandelsloh (1886-1962)

Mandelsloh wurde am 18. Juli 1886 in Wels geboren. Der Landschafts- und Porträtmaler war auch Graphiker. Vorerst Fliegeroffizier, betätigte er sich seit dem Jahre 1919 als Maler, angeregt durch K. v. Unruh und Max Beckmann. Danach bildete er sich autodidaktisch in Frankfurt am Main weiter.

Von 1931 bis 1939 war er Mitglied der Wiener Sezession und erhielt 1932 den österreichischen Staatspreis. Er stellte auf der Ausstellung "Berge und Menschen der Ostmark" im Künstlerhaus, Wien 1939 aus.

Von 1941 bis 1942 war er Professor für Aquarellmalerei und Kunsterziehung an der Wiener Akademie.

Im Jahre 1946 übersiedelte er nach Deutschland und verstarb am 14. Juni 1962 in Neumarkt - St. Veit (Oberbayern).

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Georg Merkel (1881-1976)

Georg Merkel wurde in Lemberg geboren. Nach dem Besuch der Realschule verdient er seinen Lebensunterhalt durch das Malen von Dekorationen, bis er im Jahr 1903, durch die Unterstützung eines Freundes, an der Akademie in Krakau das Studium der Malerei beginnen konnte. Eine erste Reise nach Paris im Jahr 1905 wurde für ihn bestimmend: Merkel blieb bis 1908 und lernte in dieser Zeit die Welt der Klassizität kennen: Er entdeckte Nicolas Poussin, Claude Lorrain und den Neoklassiker Puvis de Chavannes für sich. Die folgende Zeit, bis 1909, lebte er wieder in Krakau. Nach einem zweiten Aufenthalt in Paris lebte er seit 1917 bis zu seiner Emigration im Jahre 1939 in Wien.

Durch Merkels gesamtes Oeuvre ziehen sich arkadische Landschaften sowie idyllische Gruppenbilder, deren "Klassizität" durch lyrische Auffassung von der Kühle der Pariser Vorbilder abgerückt ist. Merkel spielte als Mitglied des "Hagenbundes" in Wien eine bedeutende Rolle und gelangte dadurch in das Umfeld der "Zinkenbacher Malerkolonie".

Nach dem zweiten Weltkrieg lebte er zum Teil in Paris, gelegentlich in Cagnes in Südfrankreich und zuletzt in Wien. Georg Merkel, ab 1945 Mitglied und später Ehrenmitglied der "Wiener Secession", starb als betager und hochgeachteter Maler, der im In- und Ausland durch zahlreiche Ausstellungen gewürdigt worden war, am 24. November 1976 in Wien.

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Louise Merkel-Romée (1888-1977)

Wie ihr Ehemann stammte Louise Merkel aus Polen und wurde am 30. Jänner 1888 in Krakau geboren. Dort erhielt sie vermutlich auch ihre erste Ausbildung in der Malerei, die sie in Wien fortsetzte. Nachdem sie ihren Ehemann 1917 nach Wien begleitete, fand sie schnell Zugang zur Künstlergesellschaft.

Sie war eines der ersten weiblichen Mitglieder des Wiener Hagenbundes. So wurde sie von 1925 bis 1938 als außerordentliches Mitglied in den Akten geführt. 1931 beteiligte sie sich mit einigen Werken an der Ausstellung "Wiener Frauenkunst". Im Jahre 1936 fand eine Kollektivausstellung ihrer Werke in Wien statt.

Ab dem Jahre 1938 lebte sie in Frankreich und kehrte nach dem Krieg wieder nach Wien zurück.

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Sergius Pauser (1896-1970)

Sergius Pauser, vor allem Landschaft- und Porträtmaler, wurde am 28. Dezember 1896 in Wien geboren. Eine Romreise im Jahre 1914 führte ihn zu ersten künstlerischen Anregungen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wandte sich Pauser nach einem anfänglichen Architekturstudium der Malerei endgültig zu. 1919 ging er an die Akademie der bildenden Künste in München und studierte dort bis 1924 bei Carl Johann Becker-Gundahl, Ludwig von Herterich, Max Dörner und Karl Caspar.

In dieser frühen Zeit machten Werke von Carl Hofer, dem frühen Max Beckmann und Otto Dix großen Eindruck auf ihn. An der Wiener Akademie der bildenden Künste studierte er im Jahre 1925/26 bei Karl Sterrer. Bereits 1927 wurde Pauser Mitglied der "Wiener Secession". In seinem Frühwerk von der "Neuen Sachlichkeit" beeindruckt, strahlt dieses große Einsamkeit und melancholische Besinnlichkeit aus, die sich sowohl in seinen Stillleben wie Porträts zeigt. In seinen Anfängen dominiert Strenge und Kühle in Form und Farbe. Bezeichnend für Pausers späteres Werk ist eine aufgelockerte Malweise.

Um das Jahr 1930 gelangte Pauser auch zu internationaler Bekanntheit, in der Folge stellte er in Deutschland, der Schweiz und den USA aus. 1931 erhielt Pauser den Ehrenpreis der Stadt Wien, 1932 den Österreichischen Staatpreis. 1934 war er bei der Biennale in Venedig vertreten. In der wirtschaftlich schlechten Zeit fand Pauser einige Mäzene, die ihm Reisen nach Italien, Frankreich und in die Schweiz ermöglichten.

Während Pauser 1942 eine Berufung an die Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe ablehnte, übernahm er im folgenden Jahr die Leitung der Meisterschule für Bildnismalerei an der Akademie für bildende Künste in Wien. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Pauser vor allem als Porträtist tätig und erfreute sich bis zu seinem Tod 1970 großer Anerkennung.

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Viktor Pipal (1887-1971)

Pipal wurde am 29. November 1887 in Samac (Bosnien) geboren. Musisch begabt, wurde er zuerst Lehrer, besuchte aber gleichzeitig Mal- und Zeichenkurse, später Seminare an der Wiener Kunstgewerbeschule. Es folgte seine Tätigkeit als Lithograph an der Kunstgewerbeschule und der Besuch kunstgeschichtlicher Vorlesungen bei Josef Strzygowsky. Danach Studium der Anatomie bei Prof. Heller und Privatunterricht bei Prof. Franz Rumpler.

Stilistisch nahm er die koloristischen Tonwerte der Wiener Tradition, vermischt mit den Einflüssen der französischen Impressionisten auf Basis musikalischer Eindrücke auf und brachte sein Œuvre besonders im Bereich der Vedutenmalerei zum Höhepunkt, wodurch er auch den Beinamen, "Wiener Vorstadtmaler", erhielt, da er diese Gegend als Motiv bevorzugte.

Aber er arbeitete auch als Porträtist und Stilllebenmaler. Nach 1926 Malexperimente im Zusammenhang mit Musik. 1930 erste Vorstellung seiner Werke im "Waldmüllerbund". 1937 Ausstellung im Wiener Künstlerhaus, dessen Mitglied er wurde. Zahlreiche Ausstellungen im Aus- und Inland, sowie etliche Preise und Ehrungen. 1949 Ernennung zum Professor. Am 8. Dezember 1971 starb er in Wien.

Besonderes Kennzeichen seiner Malerei ist die Betonung der Blautöne und die Handhabung der hell- dunkel Gestaltung mit einem starken Wechselspiel von Licht und Schatten. Hierin lässt sich der Einfluss Pieter Bruegels erkennen. Seine Portraits stellen ebenfalls meist anonyme Menschen der Vorstadt dar.

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Lisel Salzer (1906-2005)

  • 1906 in Wien geboren
  • 1922-28 Frauenakademie, Studium bei Hermann Grom-Rottmayer und Ferdinand Kitt
  • 1928 Aufenthalt in Paris, Malklasse bei Andre Lhote
  • 1931-38 Regelmäßige Ausstellungen in Secession, Hagenbund und Galerie Würthle
  • 1932-36 Sommeraufenthalte bei Hilde Spiel in St. Wolfgang
  • 1939 Emigration in die Vereinigten Staaten
  • 1939-48 New York, Lisel Salzer fertigt vor allem Schnellportraits an
  • 1942 Heirat mit Dr. Friedrich Grossmann
  • 1945 Beginn der Arbeiten in Limoges-Emailtechnik. Für die Wiederbelebung dieser Technik erhält sie 1947 und 1952 Auszeichnungen der National Ceramic Exhibition im Syracuse Museum of Fine Arts, Syracuse, NY
  • 1947 Zahlreiche Freskierungen in New Yorker Hotels (Grand View, Lake Placid, Champlain, Lake Champlain und Cafe Vienna)
  • 1948 Arbeitsaufenthalt der Grossmanns in Fort Defiance, Arizona einem Reservat der Navajo Indianer
  • 1949 Kalifornien, u. a. San Francisco
  • 1950 Übersiedlung nach Seattle, Washington
  • 1954 Tod von Fritz Grossmann und erster Wienbesuch nach dem Krieg
  • 1963 Sommerakademie Salzburg, Klasse Oskar Kokoschka
  • 1984 Letzte Europareise, Besuch Hilde Spiels am Wolfgangsee
  • 2002 Schenkung aller vor 1939 entstandenen Werke an das Museum Zinkenbacher Malerkolonie
  • 2005 Sanft entschlafen in Seattle am 6. Dezember

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Gertrud Schwarz-Helberger (1894-1997)

Geboren am 4. Juli 1894 in Frankfurt am Main in Deutschland. Nach ihrer Ausbildung zur Pianistin in Frankfurt, übersiedelte sie nach ihrer Heirat mit dem Wiener Arzt Dr. Schwarz nach Wien.

Dort widmete sie sich der Malerei. Sie stellte auf der Jubiläumsausstellung heimischer Künstler Klosterneuburgs, in Klosterneuburg 1948, drei Hinterglasbilder, „Hl. Familie“, „Die Hl. Drei Könige“ und „Vertreibung aus dem Paradies“ aus. Auf der VI. Kunstschau im Künstlerhaus, Wien 1925, zeigte sie die Temperabilder „Das Dorf“, „Häuser im Bau“ und „Straße“. Darüber hinaus war sie Grafikerin, beschäftigte sich mit Monotypien und surrealen Glasbildern. Die Albertina in Wien verwahrt von ihr zwei Bilder, weitere Werke befinden sich im Besitz des Unterrichtsministeriums.

Gestorben in Klosterneuburg 1997.

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Ernst Toller (1893-1939)

Am 1. Dezember1893 wird Ernst Toller in Samotschin (heute: Szamocin, Polen) als Sohn des jüdischen Kaufmanns Max Toller geboren. Nach dem Abitur studiert er in Grenoble Jura, meldet sich jedoch kurz darauf als Freiwilliger für den Einsatz im 1. Weltkrieg. Nach dem er 1917 aus gesundheitlichen Gründen vom Militärdienst freigestellt wird, setzt er sein Studium in München fort. Dort nimmt er an der ersten "Lauensteiner Tagung" teil, die die nationale Elite der Künstler und Wissenschaftler zu einen versuchte. Es kommt allerdings zu einem Konflikt zwischen der älteren Generation um Max Webern, der für ein Durchstehen des Krieges eintritt, und der jüngeren Generation um Toller, der eine Beendigung des Krieges durch eine Revolution fordert.

Toller zieht nach Heidelberg, flieht von dort aber aus politischen Gründen nach Berlin, wo er mit Kurt Eisner zusammentrifft. Nach der Ermordung Eisners wird Toller Vorsitzender der bayerischen Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei. In der Münchner Räterepublik ist Toller Vorsitzender des Zentralrats sowie Abschnittskommandant der "Roten Garde". Nach Zerschlagung der Räterepublik wird er wegen Hochverrats zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Zeitgleich findet die Uraufführung des Dramas "Die Wandlung" in Berlin statt, in dem er seine geistige Entwicklung zum Revolutionär schildert. Während der Haft schreibt Toller seine wichtigsten expressionistischen Dramen, wie „Masse Mensch“ in denen er seine durch die Kriegserlebnisse erlangte pazifistische Haltung umsetzt. Nach seiner Entlassung aus der Festungshaft im Juli 1924 zieht er nach Berlin, weil er aus Bayern ausgewiesen wird.

1933 erfolgt die Ausbürgerung durch die Nationalsozialisten und ein längerer Aufenthalt in der Schweiz folgt. Im Exilverlag "Querido" erscheint die Autobiographie "Eine Jugend in Deutschland".

Nach einer Übersiedlung nach London und anschließend in die USA nimmt sich am 22. Mai 1939 Ernst Toller in New York das Leben.

Durch Briefe, Karikaturen und mündliche Überlieferungen konnte dokumentiert werden, dass Ernst Toller in den Jahren 1932/33 zu Besuch am Wolfgangsee war und einige Zeit mit den Künstlern der Malerkolonie verbrachte.

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Lisl Weil

Bereits sehr früh widmete sich Lisl Weil der Zeichnung. Als sie 16 Jahre alt war, wurden bereits regelmäßig Karikaturen bzw. Illustrationen in einigen Wiener Tageszeitungen von ihr publiziert. Daneben besuchte sie die Kunstgewerbeschule und trat gemeinsam mit einer Tanztruppe auf. Nach ersten Ausstellungserfolgen wurde ihre beginnende Karriere durch den Anschluss 1938 jäh unterbrochen.

Vor ihrer endgültigen Abreise nach Amerika verbrachte sie, wie viele ihrer Leidensgenossen, ein Jahr in den Niederlanden (1939) wo sie für eine Theatergruppe als Bühnengestalterin tätig war. In Amerika angekommen waren die ersten Jahre durch harte Arbeit und Armut geprägt. Allerdings halfen Freunde der Künstlerin, sowie ihrer Schwester und deren Sohn. Ihr zukünftiger Ehemann, Julius Marx, den sie kurz nach ihrer Ankunft in New York kennen lernte brachte ihr das Sujet der Kinderbuchillustrationen näher.

Im Gegensatz zu anderen Künstlerkollegen, war es ihr möglich, sich nach 1938 in Amerika eine neue Karriere aufzubauen. Während sie allerdings in Österreich überwiegend für ihre Karikaturen bekannt war, begründete sie in Amerika ihre Existenz durch zahlreiche Kinderbuchillustrationen. Über 100 Kinderbücher wurden von ihr gestaltet. Durch den damit verbundenen Ruhm war es ihr als begeisterte Musikliebhaberin möglich gemeinsam mit den New York Philharmonikern sogenannte „Young People´s Concerts“ zu geben. Diese Aufführungen verfolgten den Zweck einer jungen Generation klassische Musik näher zu bringen. Lisl Weil gestaltete parallel zu dem Konzert überdimensionale Bilder, welche die Inhalte der Musik interpretieren sollten. Malerei, Musik und Tanz wurden so in einer „Performance“ zu einem Gesamtkunstwerk zusammengeführt. Mit diesen Aufführungen, welche sie 30 Jahre begleitete, trat man in zahlreichen Staaten der USA auf. Unter der Leitung von Moritz Schindl produzierte Weston Wood filmische Aufnahmen in denen Lisl Weil ebenfalls nicht nur als Malerin in Erscheinung trat, sondern ihre Auftritte durch Ausdruckstanz unterstrich. Beispielhaft ist der Film „Sorcerer’s Apprentice“ (1962, dir. Edward English) der noch heute als ein wesentliches Werk amerikanischer Fernsehgeschichte gilt. Darüber hinaus wurden diese Aufführungen vom Fernsehen aufgezeichnet. Diese Filmdokumente gelten als frühe Beispiele für didaktische Musikfilme für Kinder. In den Jahren 1963 und 1964 moderierte und gestaltete sie wöchentlich eine eigene Kindersendung unter dem Titel „Children´s Sketch Book“.

Wie ein Höhepunkt wirkt somit die Gestaltung des Kinderbuches zur Lebensgeschichte von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier setzt sie nicht nur dem Künstler ein Denkmal sondern gibt ihrer Liebe zur Musik noch einmal Ausdruck. Und man gewinnt den Eindruck, dass sie auch ihrer fernen Heimat noch einmal in Liebe gedenkt.

Lisl Weil lebt noch heute in New York, ist aber seit einer schweren Krankheit nicht mehr künstlerisch tätig.

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Franz von Zülow (1883-1963)

Franz von Zülow, am 15. März 1883 in Wien geboren, begann seine künstlerische Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien unter Joseph Eugen Hörwarther und Hubert Landa in den Jahren 1901-1902. Kurze Zeit lernte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien als Gastschüler Christian Griepenkerls und studierte schließlich an der Kunstgewerbeschule 1903/04 bei Felician von Myrbach und 1904 bis 1906 bei Carl Czeschka. Zülows frühe Schaffensperiode war vom dekorativen Stil der Secession geprägt; um 1908 stand er in Verbindung mit der "Klimt-Gruppe" an der Wiener Kunstgewerbeschule, wobei Oskar Kokoschka sein Studienkollege war. 1908 nahm er an der "Wiener Kunstschau" teil. Zülows erste Kleisterbilder - mit denen später besonders bekannt wurde - entstanden bereits um 1910.

Die Landschaft spielt in Zülows Werk eine Hauptrolle. Dabei wurde er 1912 besonders durch seine Studienreisen durch Deutschland, England und Frankreich geprägt. Seit den zwanziger Jahren erlangte die Gegend um Hirschbach im Mühlviertel (Oberösterreich) als Motivlandschaft und Sommersitz für den Künstler Bedeutung, so dass er in späteren Jahren sein Atelier dorthin verlegte. Auch die Künstlergruppe die sich jedes Jahr am Wolfgangsee einfand, prägte dahingehend seine weitere Entwicklung. Seine Landschaften spiegeln das bäuerliche Leben wider und sind eng mit der Natur verbunden. So fand Zülow von den dekorativen Landschaften seiner Frühzeit bald zu einem persönlichen Stil, welcher, der Volkskunst bewusst parallel gesetzt, Ursprünglichkeit zu wahren wusste.

In den Jahren 1903 bis 1915 gab Zülow im Selbstverlag eine Folge der von ihm erfundenen Papierschnitt-Schablonendrucke heraus. Für diese Technik erhielt er 1907 die Patenturkunde. Als Lehrer trat Zülow an der keramischen Lehrwerkstätte Schleiss in Gmunden 1920/21 das erste Mal in Erscheinung und blieb ihr künstlerischer Berater bis 1961. Sein breit gefächertes Schaffen reichte von der Freskomalerei, über Mosaik bis hin zu Stoff- und Möbelbemalungen. Besonders in der Zeit seit dem Ende des zweiten Weltkrieges führte Zülow viele Auftragsarbeiten für die Öffentlichkeit aus.

Franz von Zülow starb am 26. Februar 1963 in Wien.

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